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Call for Papers: Natur und Politik / Nature and Politics

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Wie menschliche Gesellschaften mit der Natur umgehen, wird in der Gegenwart immer mehr zu einer zentralen politischen Frage. Der menschengemachte Klimawandel, die Zerstörung von Ökosystemen, die unbegrenzte Plünderung der natürlichen Ressourcen - dies alles sind zentrale Themen politischer Aushandlungen und Konflikte der Gegenwart. Dies wirft eine Reihe von Fragen für das politische Denken auf. Natur und Politik sind in der westlichen Ideengeschichte für lange Zeit - wenn auch nicht unbestrittene - Gegensätze gewesen. Heute gilt es, diesen Dualismus zu überwinden und Natur als politischen Begriff zu verstehen. Ansätze dazu finden sich vor allem an den Rändern und jenseits der westlichen Ideengeschichte: in den Kosmologien nicht-westlicher Gesellschaften ebenso wie z.B. bei Alexander von Humboldt.

Mit dieser Ausgabe von HannahArendt.net machen wir uns auf die Suche nach Elementen eines politischen Denkens, das die Natur nicht als etwas außerhalb des Politischen Stehendes begreift - mit Hannah Arendt und über Hannah Arendt hinaus. 

In Arendts Werk findet sich kein eindeutiger Naturbegriff. Ihr Verständnis von Natur schillert. Neben einem traditionellen Naturbegriff, der die Natur als physis objektiviert und der menschengemachten Geschichte und Kultur gegenübergestellt ist, finden wir eine Vielzahl von Reflexionen zum Verhältnis von Politik und Natur, Geschichte und Natur zu Identität und menschlicher Bedingtheit, die auf den ersten Blick keinen eindeutig bestimmbaren Naturbegriff erkennen lassen. Für sie bildet die physische Natur zum einen die Grundlage des menschlichen Lebens auf der Erde. Menschen begreift sie als erdgebundene und damit “bedingte” Wesen, die zugleich der Natur “nicht absolut verpflichtet” (Vita activa, 1981, S. 8) sind. Der Raum der Freiheit, den Arendt damit bestimmt, ist jedoch nicht unendlich groß, sondern kann nur existieren, wenn seine von der Natur gesteckten Grenzen respektiert werden. Wie diese wenigen Schlaglichter zeigen, ist der Naturbegriff zentral für Arendts Denken. Zugleich ist er auch einer der schwierigsten und dunkelsten Begriffe in ihrem Werk. Vielfach scheint Arendt dabei die traditionelle Dichotomie von Natur und Kultur zu durchkreuzen und ein Drittes (z.B. Welt, Verstehen, Urteilen) einzuführen. 

Gesucht werden Reflexionen, Essays und Übungen im politischen Denken, die im Ausgang von, in Berührung mit oder in einem Spannungsverhältnis zu Arendts Denken einzukreisen versuchen, wie wir Natur politisch denken können. Anknüpfungen etwa an die aktuellen Debatten um das Anthropozän, die Covid-19-Pandemie, gegenwärtige Protestbewegungen oder eine nachhaltige (Umwelt-)politik und ökologische Fragen sind ebenso erwünscht wie das Aufgreifen von theoretischen und philosophischen Positionen, die die traditionellen Entgegensetzungen zwischen Natur und Kultur sowie Materie und Leben thematisieren. Als Leitgedanke für diese Ausgabe von HannahArendt.net dient die Frage: Wie lässt sich eine Natur-Politik denken und formulieren, die einen nicht destruktiven Umgang mit der Natur ermöglicht und zugleich die für den Erhalt einer stabilen und lebenswerten Menschenwelt wichtige Begrenzung des Handelns in die Politik einführt?

Vor der Einreichung von Texten bitten wir um die Zusendung von abstracts mit einer Länge von bis zu 500 Wörtern bis Mitte März 2021, der Beiträge dann bis Ende Juni 2021.

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Veröffentlicht: 2021-01-20 Weiter…
 

INTERNATIONAL CONFERENCE ANNOUNCEMENT AND CALL FOR PAPERS

 

WHAT KIND OF GOVERNMENT? Thinking Contemporary Form/s of Government (historical and conceptual perspectives)

(International conference, Ljubljana, Slovenia, 2-4 June 2021, exact venue to be announced later)

In her ground-breaking analyses, such as The Origins of Totalitarianism and Between Past and Future, Hannah Arendt developed the thesis about the “break in (political) tradition” that could be identified at two levels. Its historical appearance is “total domination”, which occurred in the first half of the twentieth century, and, according to her, represents an entirely novel form of government that cannot be comprehended if thought of only as a more extreme form of despotism, tyranny, or dictatorship. On the other hand, the break also transpired in the Western political philosophy canon, with Marx, Kierkegaard, and Nietzsche, who first noticed the new predicaments in the world which could not be explained with old, traditional categories of political thinking any more. Arendt’s main endeavour was to show how the use of the rests of questionable tradition starts concealing instead of revealing the new phenomena and forms of government, and, simultaneously, an attempt at a reconstruction of some basic political concepts and experiences.

 
Veröffentlicht: 2020-12-17 Weiter…
 

Das japanische "Arendt-Handbuch" (Japanischer Name: "Arendt-Tokuhon") ist veröffentlicht!

 
Der Verlag (Hosei-University Press) betont, dass in dem Handbuch das Gesamtbild der Gedanken der Philosophin zur Liebe zur Welt in finstere Zeiten weiter erforscht wird.
Das Buch enthält die neuesten Forschungsergebnisse zu Arendt in Deutschland, USA, Frankreich und Japan. Amazon
 
Veröffentlicht: 2020-12-09
 

La promesse d'un monde. Pour Étienne Tassin

 

Tumulte no 55, Oct. 2020


Avec Diderot, Arendt et au-delà

Christophe David : Suppléments aux voyages d’Étienne Tassin. Pour une lecture politique de Diderot
Martine Leibovici : Pensée de la démesure et excès utopique. Une traversée de l’œuvre d’Étienne Tassin

Phénoménologie de l’action politique
Étienne Tassin : Le secret de la résistance
Anders Fjeld : Démesure(s). Une autre philosophie politique d’Étienne Tassin ?
Anne Gléonec : Autour du Maléfice de la vie à plusieurs. L’héritage merleau-pontien dans la pensée d’Étienne Tassin
Jean Waddimir Gustinvil : L’action politique, la communauté et le tragique

Cosmo-politique et condition migrante
Justine Lacroix : Le déclin de l’Union européenne et la fin des droits de l’homme

Numa Murard : Une incommensurable injustice
Étienne Balibar : Différences dans la cosmopolitique

 

La singularité de qui je suis par déhiscence de ce que je suis

Aurore Mréjen : La visibilité de l’action politique
Claudia Girola : Subjectivations en tension. Penser avec Étienne Tassin Patrick Cingolani : Sur les pas de Diogène

 
Veröffentlicht: 2020-11-25
 
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