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Ausgabe 1, Band 15 – März 2026

Vorwort

In dieser Nummer möchten wir uns ausschließlich dem Thema widmen, wie unsere Welt 50 Jahre nach dem Tod Arendts aussieht. Sie starb am 4. Dezember 1975. Eine solche Zeitspanne umfasst in der Menschheitsgeschichte häufig ungeahnte Umbrüche, denken wir nur an die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie wurde von Arendt ausgiebig analysiert.

Doch was hat sich seitdem ereignet? Das Ende des Kalten Kriegs, die Computerisierung der Kommunikation, die künstliche Intelligenz, die geopolitischen Machtverschiebungen, Lüge und Populismus in der Politik, die massive Missachtung des Völkerrechts und der Menschenrechte und die zunehmende Bereitschaft zu Kriegen.

Was würde Arendt sagen?“ ist eine naheliegende Reaktion, doch bloß eine hilflose Abgabe unserer Verantwortung. „Denkt selber“, würde sie sagen. Das Handwerkszeug liegt bereit.

Und so haben wir eingeladen, kurze Essays zu verfassen, im wörtlichen Sinn Versuche zu unternehmen, mit unserer Welt, die wieder einmal aus den Fugen gerät, klarzukommen.

Und dabei, worauf Arendt hinwies, von der Erfahrung auszugehen, nicht von der Theorie.

Maria Robaszkiewicz, Wolfgang Heuer

Preface

Hannah Arendt died on December 4, 1975, 50 years ago. Such a period of time often encompasses unexpected upheavals in human history; just think of the first half of the 20th century. Arendt analyzed it extensively.

But what has happened since then? The end of the Cold War, the computerization of communication, artificial intelligence, geopolitical power shifts, lies and populism in politics, and massive disregard for international law and human rights and a growing willingness to go to war.

What would Arendt say?” is an obvious reaction, but merely a helpless abdication of our responsibility. “Think for yourselves,” she would say. The tools are at our disposal.

And so we invited colleagues to write short essays, to literally attempt to come to terms with our world, which is once again falling apart.

And in doing so, as Arendt pointed out, to start from experience, not theory.

Maria Robaszkiewicz, Wolfgang Heuer